Der Hertener Wochenmarkt lebt, doch der geplante Umbau stellt seine Zukunft auf die Probe.
Freitagmorgen, 8 Uhr: Der Marktplatz wirkt verschlafen, einige wenige kaufen ein. Wegen der unschönen Fassadengerüste auf der Westseite haben die Händler ihre Stände zur Gasse nach innen gedreht. Das wirkt kompakter, gemütlicher. Gegen neun ändert sich das Bild: Immer mehr Menschen kommen, Ältere, Jüngere, teils mit kleinen Kindern.
Am zentralen Gemüsestand von Jan Abel wird’s rummelig, bei Bäcker Heidrich, Metzger Andreas Madl oder am neuen Konditorwagen von Familie Sprenger aus Essen mit ihren prächtigen Torten ist gut zu tun. Keine Frage: Dieser Markt lebt und funktioniert. Noch. Aber was wird aus Markt und Marktplatz in der Zukunft?
Ideen gibt’s genug: 2024 hatte die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben. Der Siegerentwurf von Greenbox aus Köln punktete mit dem Konzept des „lebendigen Marktes“ (HERTEN ERLEBEN Juni 2025), einer Umgestaltung mit viel Grün, neuen Verweilzonen und mehr Aufenthaltsqualität, bei dem die Parkplätze dezent an den Platzrand verschoben, aber von der Zahl erhalten bleiben sollen (s. unten).
Im März hat der Rat die Verwaltung beauftragt, mit diesen Ideen Städtebauförderung vom Land für die Planung und den Umbau von drei Innenstadt-Plätzen zu beantragen. Allein drei Millionen sind für den neuen Markt nötig, davon 80 Prozent Förderung. Nebenan soll der Antoniusplatz zum lebendigen, „grünen Ort“ entwickelt werden, mit viel Schatten, Sitzelementen und kleiner Bühne unter den Platanen (Kosten: 1,4 Mio. Euro). Die Parkplätze hier sollen entfallen, dafür sollen bei der Umgestaltung des Otto-Wels-Platzes (Kosten: 1,2 Mio. Euro) neue vorm Rathaus entstehen.
Wenn die Städtebauförderung kommt, wird die Innenstadt Zug um Zug umgebaut. Eine Rochade ohne schon feststehende Reihenfolge: Allein der Umbau des Marktplatzes dürfte zwei Jahre dauern. In dieser Zeit müsste der Wochenmarkt umziehen. Als Ausweichstandort könnte ein neuer, bereits verschönerter Antoniusplatz dienen. Die Idee, den Markt zeitweise vor das Rathaus zu verlegen, findet bei den Marktbeschickern eher wenig Anklang. Aber, so Markthändler Jan Abel: „Wir sind natürlich gesprächsbereit – denn alles, was der Stärkung des Wochenmarktes in Herten dient, ist gut und wichtig.“
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