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Drei Orte, neue Antworten
Stadt Herten

Drei Orte, neue Antworten

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Stefan Prott

Herten diskutiert seine Bildungs- und Kulturlandschaft neu: Glashaus, Bibliothek und Lernstudio sollen künftig andere Rollen übernehmen.

Im Amtsblatt steht es nüchtern als TOP 32: „Bibliothek – Glashaus – Lernstudio. Drei Orte – Drei Lösungen“. In Herten produziert das Thema gerade Thermik. Denn hinter dem Verwaltungstitel steckt ein Umbau der Bildungs- und Kulturlandschaft: Das VHS-Haus gilt als stark sanierungsbedürftig, die Stadtbibliothek hat rückläufige Leih- und Besuchszahlen. Statt viel Geld in alte Mauern zu stecken, will die Verwaltung die Nutzungen neu verteilen.

Der Konzeptentwicklung waren mehrere Beteiligungsstufen vorgeschaltet: An der Online-Befragung nahmen 796 Menschen teil, darunter 37 Prozent unter 25 Jahren. Zentrale Erkenntnis: Drei Viertel der Jungen und fast genauso viele Ältere wünschen sich für Herten einen „sozialen Ort“ – gemütlich, anregend, einladend zum Verweilen, allein oder gemeinsam, spontan oder geplant.

Die daraus entwickelte Idee: VHS, Kulturbüro und Jugendkunstschule CreativWerkstatt, derzeit arg beengt in der Willy-Brandt-Schule, sollen ins Glashaus ziehen, das als „immer geöffnetes Haus“ zum offenen Kultur- und Begegnungsort werden soll. Ein Tonstudio für die Musikschule, ein kommunales Kino im Keller, ein Repair-Café und eine „Leihothek“ für Geräte sollen das Glashaus weiter beleben.

Die klassische Stadtbibliothek soll einen neuen Standort in den Hertener Höfen finden – moderner, kompakter, ruhiger, mit mehr digitalen Diensten, aber klarem Fokus auf Leseförderung von Kindern. Neu dazukommen soll ein separates „Lernstudio“ für Schüler, Azubis und Studierende, gedacht als ruhiger Bildungsort mit einer Dachterrasse zum Lernen, Austauschen und Durchatmen.

Das Nutzungskonzept ist längst ein Thriller geworden: TOP-Partei und SPD begrüßen das Konzept, CDU, Grüne und AfD sind dagegen. Rechnerisch wird es damit eng, die Entscheidung soll in der Ratssitzung am 24. Juni fallen, nach Drucklegung unseres Magazins.

Aus drei Orten wird damit eine Grundsatzfrage: Wie viel Veränderung ist nötig, wenn Zukunft eine Perspektive braucht?

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